{Blickwinkel} ExtraSchicht 2016

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Pünktlich zur ExtraSchicht riss der Himmel auf

Die diesjährige Nacht der Industriekultur fand am 25. Juni 2016 statt. Wie jedes Jahr am letzten Samstag im Juni, gab es ein Spektakel der Extraklasse. An 48 Kulturstätten des Ruhrgebiets gab es verschiedenste Darbietungen und Erlebnisse zu bestaunen. Mir fällt beim Stichwort ExtraSchicht vor allem immer der Begriff Vielfalt ein.

Zeche Ewald

Mit der Eintrittskarte eröffnet sich den Besuchern ein weites Feld von Möglichkeiten. Angefangen bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, welche einem mit dem Ticket bereits den gesamten Samstag bis 7 Uhr am Sonntagmorgen zur Verfügung stehen. Zudem gibt es eigens für die ExtraSchicht Shuttle-Busse zwischen den Spielstätten, sodass das eigene Auto getrost in der Garage stehen bleiben darf.

Meine Top 4 Spielstätten der ExtraSchicht

Das Ruhrgebiet mit seiner industriellen Vergangenheit hat die unterschiedlichsten Industrielandschaften entstehen lassen. Der Steinkohlebergbau mit der Eisenerzgewinnung und der Verhüttung zu Roheisen und Stahl hat in den 20 an der ExtraSchicht teilnehmenden Städten bis heute ihren Stellenwert. Auch wenn die wenigsten Zechen heute noch aktiv sind, haben sie heutzutage durch ihre Zweitnutzung und Umwandlung in Kulturstätten eine wichtige Bedeutung. Meine persönlichen Favoriten der ExtraSchicht aus dem letzten Jahr und der diesjährigen Nacht der Industriekultur habe ich dir hier kurz aufgelistet:

In meinem Beitrag der ExtraSchicht 2015 kannst du dich ausführlich über die Kokerei Hansa und die Jahrhunderthalle Bochum informieren.

Meine ExtraSchicht 2016 – Kulturstätten in Herten

Dieses Jahr habe ich mich für zwei Spielstätten in Herten entschieden. Als erstes habe ich die Zeche Schlägel und Eisen besucht, welche dieses Jahr zum ersten Mal an der ExtraSchicht teilgenommen hat. Ab dem 19. Jahrhundert wurde hier Steinkohle auf dem Grubenfeld „Schlägel und Eisen“ abgebaut. Heutzutage wird die Zeche in eine Geschichtskulturstätte verwandelt, welche bis dato noch nicht abgeschlossen ist. Am Abend der ExtraSchicht konnte der Weg und Alltag eines Bergmanns nachvollzogen werden. Vom Umkleiden bis zum Einfahren und dem Waschen vor dem Nachhauseweg führten Führungen von ehemaligen Kumpeln. Neben den Führungen gab es Live-Musik unter anderem von der Reggae-Band „Lexus Allstars“.

Weiter durch die Nacht zum Zukunftsstandort Ewald

Weiter ging es für mich zur Zeche Ewald, welche sich ebenfalls in Herten befindet. Das von weitem zu sehende Wahrzeichen der Zeche ist das Fördergerüst, welches doppelböckig in den Himmel ragt. Dessen Beleuchtung war eines der Highlights an diesem Abend. Weiterhin ist auf dem Zechengelände der RevuePalast Ruhr anzufinden, welcher mit einem Kurzprogramm der dort ansässigen Travestie-Show verzauberte.

Die ehemalige Heizzentrale beherbergt in der Untertage-Bar zudem den ARD Sportschau-Club. Die Bar mit ihren pompösen Kronleuchtern kannst du auf meinen Fotos sehen und den besonderen Flair ungefähr nachempfinden, welcher dem beleuchteten Kellergewölbe beiwohnt.

Das Programm der Zeche stand unter dem Motto „Ewald gibt Gas“. Musikalisch Gas gegeben haben unter anderem die Band „Smith“ auf der Hauptbühne und die mobile Marchingband „Follow Me“, welche an und um die Bushaltestellen gute Laune verbreiteten.

Zeche Ewald

Ganz Feuer und Flamme war ich bei der Aufführung der Feuerkünstlerin Petra Raith. Mein persönliches Highlight auf Ewald war allerdings das spektakuläre Feuerwerk, welches zudem musikalisch untermalt war. Der Förderturm wurde von dem Pyrotechniker René Osterhage gekonnt in Szene gesetzt, insgesamt eine beeindruckende Kulisse aus Funkenregen und industrieller Zeitgeschichte.

Zeche Ewald

Weltkulturerbe Zeche Zollverein –
Abschluss meiner ExtraSchicht 2016

Nach der Fahrt mit Shuttle-Bus und S-Bahn von Herten nach Essen begrüßte mich der psychedelische „Almabtrieb“ der Herde der Maschinenwesen von foolpool auf der Zeche Zollverein. Metallisches Klimpern, Klirren, Kuhglocken und die Rufe der Hirten waren schon von weitem zu hören. Dazu das industrielle Umfeld von Zollverein: meiner Ansicht nach der beste Walking Act der Nacht – komplett aus der alltäglichen Komfortzone herausgerissen und gleichzeitig inspirierend wie ein wenig verängstigend.

Herde der Maschinenwesen von foolpool

Wie du siehst, ist die ExtraSchicht immer auch ein sehr individuelles Erlebnis. Je nachdem, welche Spielstätte besucht wird, kann die Nacht der Industriekultur unter anderem aus musikalischen Großerlebnissen, einem Museumsbesuch oder lockerem Umherwandern mit künstlerischem Touch bestehen.

Zeche Zollverein – Größte freistehende Rolltreppe Deutschlands

Auch der Zeitpunkt, wann du dich bei der Kulturstätte befindest, entscheidet darüber, wie du die ExtraSchicht erlebst. Was aber auf jeden Fall überall gleich sein wird, ist das sich Aufmachen von vielen gut gelaunten Menschen, die ihre Heimat neu entdecken wollen und sehr aufgeschlossen losziehen. Voller Spannung, welche Eindrücke die Nacht im Ruhrpott bei ihnen hinterlassen wird.

Die ExtraSchicht im kommenden Jahr findet am 24. Juni 2017 statt.

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Dieser Blickwinkel ist aus der reinen Motivation des schönen Erlebnisses und der Erinnerung an diesen Abend heraus entstanden.

Vielen Dank an die Organisatoren, Helfer & Unterstützer für solch ein riesiges und beeindruckendes Spektakel. Und noch ein besonderes Dankeschön an die „Stadt Herten“, die „Zeche Ewald“, den „RevuePalast Ruhr“, „foolpool“ und die „Stiftung Zollverein“  dafür, dass ich meine Fotografien dieser Nacht hier veröffentlichen darf.

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