{Blickwinkel} Winter Wonderland

Schreibe einen Kommentar

Winter Wonderland – Fotografieren im Winter

Im Winter stelle ich oft eines fest: wie ruhig die Umgebung sein kann. Diese Stille führt dich zu einem inneren Ort, an dem Stress, Sorgen und Nöte vergessen sein können.

Solch einen Ort fand ich zuletzt als ich für einen Vormittag durch die Kameralinse hindurch die Schönheit eines Winter Wonderlands bewundern konnte.

Sobald das Motorengeräusch des Autos verstummt und die Autotür geschlossen war, sog ich die reine und kühle Luft durch die Nase.

Und da war sie. Die schon mehrmals erlebte totale Ruhe und angenehme Stille.
Kein Autolärm, keine Menschenseele, nur das Knistern des Schnees unter meinen Schuhen.

Die Landschaft erstreckte sich in diesem Moment in zarten Weiß-, Blau-, Braun- und Beigetönen, lag friedlich und scheinbar ohne Bewegung vor mir. In meinem Blickwinkel befanden sich Äcker, angrenzende Waldstücke und Wasserpfützen, welche aufgrund der niedrigen Temperaturen vollständig gefroren waren. Sogar die feingliedrigen Äste der Büsche, Sträucher und Halme waren von einer Eisschicht überzogen und bewegten sich nur schwerfällig im Wind hin und her.

An diesem Tag waren es kalte -15 Grad Celsius und ich war dick eingepackt mit Wintermantel, Mütze, Schal und Handschuhen unterwegs. Ich halte es da übrigens wie Ellen von „Je suis Huck“ und zelebriere einen ausgewachsenen Zwiebellook. Noch dazu hatte ich meine Kamera dabei und machte mich auf einen Streifzug nach winterlichen Motiven. Die Bedienung der Kamera war schon etwas schwerfällig, da die Knöpfe für die verschiedenen Einstellungen sich mit den Handschuhen nicht so leicht erreichen ließen. Geeignete Motive fanden sich bei jedem erneuten Blick durch den Kamerasucher, ich konnte gar nicht aufhören, Fotos zu machen.

Dieser anfängliche Moment der Stille, der von der Landschaft ausgehende Frieden und die Kälte zauberten einen für mich einzigartigen Morgen, an den ich gerne zurückdenke. Dabei wurde mir die Vielfältigkeit der Natur bewusst und wie diese sich in dem steten Wechsel der Jahreszeiten immer anzupassen weiß.

Jedes Blatt und jeder Eiskristall ist für sich ein besonderes Kunstwerk. Die Farbe des blauen Himmels, der kräftig-dunklen Holzrinde und der hellen Jahresringe von abgesägten Baumstämmen gaben ein ganzes Portfolio an stimmigen Farbkombinationen preis.

Als später eine Pferdekutsche vorbeifuhr, war mein winterliches Wunderland perfekt. Ich fühlte mich kurzzeitig in die Szenerie von drei Haselnüsse für Aschenbrödel versetzt. Denn in dem Film fährt der Vater vom Brödel mit einem Pferdeschlitten durch die weiße Winterlandschaft, um seine Besorgungen zu machen.

Auf dem Nachhauseweg kam ich dann noch an kleinen roten Hagebutten vorbei, die sich mit ihrer leuchtenden Farbe geradezu dem Winter entgegenstellten und sich so von der restlichen Umgebung abhoben. Diese kleinen vor Kraft strotzenden Beeren, waren der perfekte Farbtupfer eines seelenvollen Vormittags.

Zum Aufwärmen gab es dann später eine große Tasse heiße Zimt-Schokolade.

Zum Schluss möchte ich dir noch ein paar Tipps zum Fotografieren im Winter geben. Im manuellen Modus deiner Kamera stellst du am besten ein:

  • ISO-Wert: 100-200 (= lichtunempfindlicher, da die Umgebung schon sehr hell ist)
  • Verschlusszeit: 1/400 oder weniger (bei starkem Sonnenlicht z. B. 1/1000)
  • Blendenöffnung für Makroaufnahmen mit Bokhé-Effekt: 3.5

Teilen auf: Pin on PinterestShare on Facebook
8

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.