{Blickwinkel} ExtraSchicht 2015

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Was für eine Nacht!

Am 20. Juni 2015 fand die 15. ExtraSchicht in der Metropole Ruhr statt. Zu den 45 Spielorten der ExtraSchicht gehörten dieses Jahr unter anderem in Dortmund die DASA Arbeitswelt Ausstellung, das UNESCO – Welterbe Zollverein, der Tetraeder in Bottrop, die MüGa – Parks, das Zeiss Planetarium in Bochum, der Schacht IV in Moers, das Archäologiemuseum in Herne, die Zeche Zollern in Dortmund und das LVR – Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg und das Gasometer in Oberhausen. Alle Spielorte konnten mit Shuttlebussen, Fährverkehr und dem gesamten Nahverkehr erreicht werden.

Dies war eine Jubiläums-ExtraSchicht und wurde laut dem Veranstalter von über 200.000 Menschen besucht. Darunter war auch ich. In diesem Blickwinkel möchte ich dir meine Stationen und Highlights der Nacht der Industriekultur zeigen.

Willkommen in den goldenen Zwanzigern

Meine ExtraSchicht begann in Dortmund. Genauer gesagt in der Kokerei Hansa. Dies war mein erster Besuch einer Kokerei und ich war begeistert von dem alten Industriecharme, den eindrucksvollen Türmen und Rohren und dem ganzen besonderen Ambiente an diesem Abend. Der Innenhof der Kokerei war geschmückt mit Wimpelketten, Spitzenbändern und Vintage-Lampenschirmen.

Auf dem Gelände gab es einen skurrilen Jahrmarkt vom Chapeau Club zu bestaunen, auf diesem Markt gab es den „stärksten Mann der Welt“ und einen brüllenden Löwen. Vorbei am Jahrmarkt führte der Weg zur Haltestelle der historischen Straßenbahn.

Mit dieser nostalgischen Bahn gelangten die Fahrgäste zum Bahnhof Mooskamp. Auf diesem Bahnhof gab es weitere Bahnen zu bestaunen.

Zurück auf dem Gelände der Kokerei besuchte ich den Kunstrundgang. Dieser führte hoch zum „Kohlenturm mit Panoramablick“, vorbei an Schächten und den Koksöfen. Der Rundgang war sehr informativ, da an verschieden Punkten Experten standen und ihr Wissen mit den neugierigen Besuchern teilten.

Und Kunstrundgang deshalb, da ganz verschiedenste Künstler ihre Werke ausstellten, wie Leo Leander Namislow. Dieser präsentierte Werke aus „Atelier Sessions 15.1“ und diese Artefakte zeigen unterschiedlichste Figuren, gemalt mit Acrylfarbe auf Packpapier.

Anschließend besuchte ich die Kompressorenhalle. In dieser wurden den Besuchern Swing-Tänze vom Ensemble LindyPott vorgeführt. Die Tänzer zeigten Charleston, Lindy Hop und den Collegiate Shag. Nach der Vorstellung gab es einen Mini-Mitmachkurs, bei diesem die TeilnehmerInnen einen kleinen Einblick in das Tanzen von Vintage-Tänzen bekamen, so auch ich. Dieses Erlebnis und der Einblick in die 20er Jahre hat mir viel Freude bereitet.

Nach diesem Einblick konnten die Besucher im Innenhof gleich weiter tanzen, da die Band „Botticelli Baby“ für swingende Klänge sorgte. Außerdem gab es ein großes Lagerfeuer, kulinarische Leckerbissen von „Snack ’n’ Roll“, Glässchen von „Weine vor Glück“ sowie süßes, veganes Eis von I AM LOVE aus Bochum.

Diese ganzen Inszenierungen erinnerten mich sehr an die Zwanziger Jahre und ich konnte eine herrliche kleine Zeitreise in diese längst vergangene Ära erleben.

Die ExtraSchicht ging für mich im Westpark und in der Jahrhunderthalle in Bochum weiter.
Rund um und in der Jahrhunderthalle gab es viel zu erleben wie Artistik vor und zwischen den Kühltürmen, Klaviermusik – präsentiert von internationalen Nachwuchs-Talenten, einen Poetry Slam oder eine Tanzfläche unter dem Wasserturm. Für das leibliche Wohl war auch hier gesorgt mit Crêpe, Pizza, Früchten und Eiscreme vom „Kugel Pudel“.

Wer eine Pause von diesem ganzen Trubel brauchte, der konnte sich auf den riesigen, bequemen Kissenflächen in der Haupthalle ausruhen, den Klavierklängen lauschen und die riesigen Lichtbälle an der Decke bewundern.

Den Besuchern, denen dies alles aber noch nicht gereicht hat, konnten an verschiedenen Führungen teilnehmen. Bei der Besichtigung der „Unterwelt“ konnten die Teilnehmer die farblich ausgeleuchteten Katakomben bestaunen und erhielten viele historische Informationen wie dass in diesem Gemäuer die Jahrhundertglocke der Frankfurter Paulskirche gegossen wurde, eine Vorstellung davon wie es gewesen sein muss in der Jahrhunderthalle damals für die Industrie und den Bochumer Verein geschuftet zu haben und wie der Zustand der Halle nach dem zweiten Weltkrieg war.

Den Abschluss meiner ExtraSchicht bildete der Besuch des LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum. Diese mittelalterliche Burg ist ein ehemaliges Steinkohlen-Bergwerk und war in dieser Nacht ganz in Rot angestrahlt.
Der Weg war mit Lichttüten ausgeleuchtet, dieses Lichtspiel auf der Zeche bildete an einen grandiosen Abschluss der ExtraSchicht 2015.

Abschließend kann ich sagen, dass dies eine gelungene, anstrengende und auf jeden Fall wiederholenswerte ExtraSchicht war.
Also, sehen wir uns nächstes Jahr am 25.06. auf Schicht?

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Dieser Blickwinkel ist aus der reinen Motivation des schönen Erlebnisses und der Erinnerung an diesen Abend heraus entstanden. Vielen Dank an die Organisatoren für solch ein riesiges und beeindruckendes Spektakel. Und ein Dankeschön an die „Bochumer Veranstaltungs-GmbH der Jahrhunderthalle“, die „Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur“ und Leo Leander Namislow dafür, dass ich meine Fotografien dieser Nacht hier veröffentlich durfte.

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